Sonntag, 6. April 2014

Industrie 4.0 und die Zukunft der Arbeit

Die Hannover-Messe steht vor der Tür, und ein Thema dort ist Industrie 4.0, also die intelligente Vernetzung und Automatisierung der deutschen Fabriken. Neben den technischen Problemen und Herausforderungen rücken immer wieder auch mögliche Konsequenzen für die Arbeitsplätze in der Produktion in den Mittelpunkt der Diskussion (wie hier oder hier in den aktuellen VDI-Nachrichten). Bereits vor fast einem halben Jahr hatten sich die VDI-Nachrichten mit dem Thema beschäftigt, und nun gibt es eine geballte Ladung Artikel. Der Tenor ist immer ähnlich. Die Qualifikationsanforderungen werden sich ändern und tendenziell steigen, menschliche Arbeit wird weiterhin benötigt, ob untern´m Streich mehr oder weniger, bleibt offen. Vielleicht ist aber auch alles nur ein großer Hype, und von Industrie 4.0 redet in 10 Jahren niemand mehr.

Dabei steckt natürlich ein übergreifender Trend hinter möglichen Folgen für die Produktion. Ich hatte bereits in einem früheren Blogbeitrag die aktuelle Diskussion umrissen. Für den deutschen Arbeitsmarkt viel wichtiger, ob bestehende Fabrikanlagen nun mit weniger oder mehr, mit besser oder schlechter qualifizierten Arbeitnehmern auskommen, ist außerdem, ob wie internationale Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandortes Deutschland erhalten bleibt oder gar wächst. Die Fertigung hat sich in den letzten Jahren stärker den Märkten genähert, und viele Produkte, die heute in den Fabriken Asiens für den europäischen Markt hergestellt werden, könnten dies zukünftig auch wieder in Europa. Allerdings nur dann, wenn eine automatisierte Produktion hierzulande preiswerter als die Arbeitskräfte-intensive z.B. in China ist. Global gesehen kostet das natürlich schon Arbeitsplätze, und auch chinesische Fabriken lassen sich automatisieren.

Auch andere haben sich übrigens aktuell mit der Zukunft der Arbeit in der Fabrik der Zukunft beschäftigt, so z.B. das Fraunhofer Institut IAO mit einer Studie zum Thema, Prof. Hirsch-Kreinsen von der Uni Dortmund mit einem aktuellen Arbeitspapier sowie die Böckler-Stiftung (auch mit einem kleinen Schlenker, was das für die Gewerkschaftsarbeit bedeutet) oder auch die IG Metall. Die Zukunft der Arbeit ist wieder zurück...  

Ach ja, hier ist auch der passende Film dazu ...

Donnerstag, 3. April 2014

TED, Falling Walls und EDGE

Vor ein paar Tagen berichtete die Süddeutsche wieder, wie schon im vergangenen Jahr, über die TED-Konferenz in Vancouver. Neben dem Umgang mit der NSA beschäftigt die Süddeutsche insbesondere die breitere Thematik von TED, die nicht mehr im Kern nur eine Internet-orientierte Konferenz ist (auch wenn die reichen Stars von TED zumeist durch Internet-Firmen groß geworden sind). Ich habe die Gelegenheit genutzt und mal in die online verfügbaren TED-Videos geschaut. Hängen geblieben bin ich zum Beispiel beim Vortrag über die Zukunft der Geschichtsschreibung und mediale Vermittlung in Zeiten digitaler Medien und großer Datensätze: "Bauen wir eine Informationszeitmaschine". Laut TED-Website lauern noch 1699 weitere Videos mit hoch spannenden Themen auf mich. Jeden Tag kommen neue Videos dazu. Und TED ist nicht die einzige Plattform dieser Art. In Deutschland gibt es seit 2009 die Falling Walls Konferenz, die ebenfalls in kurzen Vorträgen die aktuellen Durchbrüche der Wissenschaft ("Was lässt die Mauer in XY fallen?") präsentiert. Einmal war ich selbst da und erinnere mich zum Beispiel an den Vortrag zu Behavioural Economics und Innovation, der sich natürlich auch auf der Video-Seite von Falling Walls archiviert findet (und zu dessen Thema ich in einem nächsten Blogbeitrag noch mehr sagen werde). Auch hier könnte man beliebig weiter stöbern und sich zum Beispiel einen Vortrag zum chinesischen Staatskapitalismus und Innovationspolitik anhören und sehen. Wer nun noch nicht genug hat, wandert weiter zu The Edge, wo weitere Videos und vor allem viel Textbeitrge zur jeweiligen Jahresfrage (dieses Jahr: "What Scientific Idea is ready for Retirement") warten. Wer hat die Zeit, das alles anzuschauen und durchzulesen, wer sagt mir, was sich zu sehen und lesen lohnt? Hilfe!!!

Sonntag, 30. März 2014

Drei auf die Ohren: Sharing Economy, Roboter und Pareto-Verteilung

Nachdem sich mein letzter Blogeintrag mit eher abstrusen Zukunftsprognosen und Foresight beschäftigte, muss ich jetzt doch noch mal zwei schöne Beispiele (und eine Zugabe) einbringen, die essayistisch Zukunftsbilder zeichnen un beide vor kurzem als Hörfunkbeiträge im Deutschlandfunk liefen:

Ein Beitrag des Deutschlandfunk zur Sharing Economy zeigt anhand von aktuellen Beispielen die ganze Bandbreite von aktuellen Prozessen der Sharing Economy auf, von eher traditionellen Kommunen über Mitwohnplatformen und Carsharing-Angeboten bis hin zu Tauschplattformen und gemeinsamen Werkstätten der Maker-Community. Die Sendung macht ganz schön deutlich, dass es das Prinzip des Tauschens und Teilens natürlich sehr viel länger als den neuen Begriff der Sharing Economy gibt, dass Tauschen und Teilen in vielen Beispielen ganz klar auf wirtschaftliche Erträge abzielt, also eigentlich nur neue Formen kommerzieller Angebote darstellt, und dass in einigen Beispielen der Sharing Economy ganz andere Trends einer gesellschaftlichen Teilhabe an Veränderungsprozessen durchscheint, die zum Beispiel auf Stadttransformation (siehe meine letzten Blogbeiträge hier und hier) oder auf  Bürgerwissenschaft verweisen.

Ein weitere Beitrag des Deutschlandfunk zum Thema Automatisierung, Roboter, Drohnen und autonomen Fahren greift die ganze Diskussion auf, die mit Amazons Dronenprojekt, Googles Roboterfirmen-Kauf und ähnlichen Meldungen verbunden waren (auch hier ein älterer Blogbeitrag). Am schönsten ist die Einführung von Norma Jeane als Ikone des Drohnenkriegs...

Und schließlich ein Beispiel zur Pareto-Verteilung - auch vom Deutschlandfunk, nicht mit einem Zukunftsthema, aber trotzdem schön und hörenswert: Es geht in diesem Beitrag um eine angebliche Behauptung Vilfredo Paretos über ein stabiles 80 zu 20 Verhältnis in ganz vielen Lebensbereichen, von Aufwand zu Ertrag (20 % Anstrengung bringen 80% Ergebnis, die restlichen 20% Ergebnis brauchen weitere 80% Anstrengung) bis hin zu Masse und Elite (20% der Bevölkerung sind für 80% des Wohlstands Verantwortlich - und besitzen auch 80%...). Der Beitrag zeigt sehr anschaulich, wie es hier eigentlich um einen großen Mythos geht: Pareto hat das meiste so nie gesagt, sondern sich nur aufgrund der damals vorliegenden Statistiken zur Einkommensverteilung geäußert. Und er vertrat eine Elitentheorie, die mit einem solchen Verhältnis gut in Einklang zu bringen ist, auch wenn sie auf ganz anderen Quellen aufbaute. Mit BIG DATA (heute scheinbar für alle Argumentationen passend) könnte sich nach Einschätzung des Autors zeigen, dass Paretos Verteilung doch ganz nützliche Konsequenzen für das Marktverhalten von großen Internetkonzernen wie Google und Co haben könnte, und zwar ganz theoriefrei - einfach den gefunden Mustern folgend...   

Samstag, 29. März 2014

Untergang der Zivilisation

Zurzeit jagt das Gespenst des Untergang durch den deutschen Blätterwald, oder vielmehr Berichte über eine NASA-Studie zum Untergang der Zivilisation. Die Wirtschaftswoche berichtet zum Beispiel, dass aufgrund von Klimawandel, Ressourcenverbrauch und Bevölkerungswachstum unsere Zivilisation respektive die Menschheit bald am Ende sei. Auch technologischer Fortschritt könne uns dabei nicht retten, da er den Verbrauch von Ressourcen ankurbele. Die Wirtschaftswoche fühlte sich dabei an Oswald Sprenglers Untergang des Abendlandes erinnert, das ziemlich genau vor 100 Jahren erarbeitet wurde. Wer den im vorvergangenen Jahr erschienenen Bestseller "1913" von Florian Illies zum letzten Jahr vor Beginn des ersten Weltkriegs gelesen hat, weiß, dass Sprengler ein reichlich überspannter Zeitgenosse war.

Ich fühle mich ja bei dieser Meldung eher an "Kollaps" von Jared Diamond erinnert, in dem Diamond eine ganze Reihe von Kulturen untersucht, die aufgrund von Überbevölkerung, falschem Umgang mit begrenzten Ressourcen und aufgrund von Klimawandel und ökologischen Katastrophen kollabierten. Mit Diamond wiederum setzten sich intensiv Daron Acemoglu und James A. Robinson in ihrem Buch "Why Nations Fail" auseinander. Ihrer Meinung nach sind es insbesondere Institutionen, die über Erfolg oder Scheitern von Ländern entscheiden. Innovationen sind hier eher positive Faktoren, die durch entsprechende Institutionen gefördert oder behindert werden können.

Die eingangs genannt Studie nutzte das sogenannte HANDY Rechenmodell für seine Projektionen. Wie solche Modelle irren können, zeigte ja schon vor 40 Jahren die "Grenzen des Wachstums". Die lagen zwar ziemlich falsch, spielten aber eine wichtige Rolle bei der Mobilisierung der Öffentlichkeit für einen bewussteren Umgang mit endlichen Ressourcen.  

Die NASA hat sich übrigens von allen Meldungen distanziert, dass sie selbst die Studie in Auftrag gegeben habe, vielmehr habe sie den beteiligten Wissenschaftlern nur die Nutzung eines ihrer Rechenmodelle erlaubt. Wer jetzt mehr zur Studie, ihrer Beziehung zur NASA und ihrer Argumente lesen möchte, sollte am Ausgangspunkt des ganzen Medienrummels suchen, der nicht in Deutschland, sondern in Großbritannien, nämlich im Guardian liegt. Hier setzte sich der EarthInsight Blog sehr intensiv mit der Studie auseinander und provozierte eine rege Diskussion.

Selten finden Zukunftsstudie oder Foresight-Berichte öffentliche Aufmerksamkeit, wenn sie nicht mit Katastophen- oder Untergangsszenarien aufwarten können. Und "gerechnet" klingt auch immer seriöser als in Szenarioworkshops erarbeitet. Kann die Zukunft eigentlich vorausgesagt werden? Wirken hier deterministische Regeln und Mechanismen? Gibt es nicht immer mehrere mögliche Entwicklungspfade, und haben Szenarien nicht eher die Rolle, uns für die Ergebnisoffenheit unseres Handelns zu sensibilisieren und die Verantwortung für die Zukunft zu verdeutlichen?

Vielleicht aber haben die Sozialwissenschaften bislang nur zu wenige Daten gehabt, um mal wirklich solide rechnen zu können, und jetzt, mit "BIG DATA, eröffnen sich ganz neue Prognosemöglichkeiten?  

Sonntag, 23. März 2014

Smart Cities

Anfang Dezember letzten Jahres fragte der Economist in seiner Debatte, ob Smart Cities nur ein leerer Hype sind. Knapp sprachen sich etwa 45% der Debattenteilnehmer gegen diese These aus - das ist keine wirklich große Mehrheit. Der Anwalt der kritischen These, Anthony Townsend, kritisierte vor allem technizistische Phantasien einer allumfassenden Lösung. Er setzt eher auf Veränderungen von unten, auf bürgerschaftliche Ansätze, die möglicherweise durch Crowdfinanzierung neue Ressourcen erschließen.

Gleichwohl ist das Thema weiterhin sehr lebendig. Die Technologiestiftung Berlin veröffentlichte gerade eine Studie zur Smart City Berlin, in der sie etwa 40 aktuelle Projekte vorstellt und zugleich eine stärkere Verschränkung und Weiterentwicklung fordert. Fraunhofer hat erst im Februar mit einem Konsortium von eigenen Instituten und Kooperationspartnern aus Industrie und Kommunen die Phase II seines Projekts "Morgenstadt: City Insights" eingeläutet, in dem unter anderem Geschäftsmodelle für die smart cities der Zukunft entwickelt werden sollen.

Der Markt lockt, und nicht nur in Deutschland. Das Thema ist weltweit immer noch heiß diskutiert, und Lösungen für smarte Cities sind natürlich besonders in den Megastädten der Schwellenländer ein lohnendes Geschäft. Auf dem World Economic Forum wurde beispielsweise diskutiert, wie China seine Städte smarter macht. Und in Europa ist Großbritannien ein wichtiges Player in diesem Thema. Mit vielen Projekten akitv ist zum Beispiel NESTA, die sich für 2014 viel vorgenommen haben. Nest verfolgt dabei einen Ansatz, der neben Technologien vor allem auf soziale Innovationen setzt. 

Denn vielleicht brauchen wir keine smart cities, sondern eher smart citizen...

Innovationen in Afrika

Während Chinas Innovationspolitik in aller Munde und auf allen Kanälen präsent ist, haben es andere Weltregionen schwerer. Wer spricht und schreibt schon über Innovationen z.B. in Afrika? Vielleicht liegt das ja auch an unterschiedlichen Innovationsverständnissen. Ein aktueller Blogbeitrag zu diesem Thema zitiert eine Studie der Universität Oxford, die vor allem methodische Zugänge verantwortlich für die anhaltende Unklarheit über Innovationen in Afrika macht und stärker fallstudienbasierte Ansätze fordert. Jeune Afrique hat gerade eine Liste der TOP 10 Innovationen aus Afrika vorgestellt und darauf verwiesen, dass diese oft Bereiche der Landwirtschaft, Energie, Transport oder Gesundheit betreffen. Und die Corporate Financing Beratung U-Start hat gerade die fünf besten Technologie-Startups aus Afrika wählen lassen. Beispiele gibt es also. Und vielleicht liegt die Zukunft ja auch stärker als gedacht in den heutigen Peripherien der Welt. Der Economist hatte in einer seiner Debatten bereits vor einem Jahr gefragt, ob Afrika zu neuer wirtschaftlicher Größe heranwächst. Immerhin 58% der Debattenteilnehmer hielten dies für nicht unwahrscheinlich. Die Wirtschaftswoche fragte sich jetzt, ob auch die entscheidenden Lösungen für die Energiewende womöglich von den Rändern der Welt kommen und stützt seine Argumentation unter anderem auf das Konzept der reversen bzw. frugalen Innovationen.

Die so beschriebenen Ränder der Welt sind in der Tat nicht im Fokus unserer Aufmerksamkeit. In einem aktuellen Blogbeitrag wurde daher folgerichtig eine Datenbank und Webplattform zu Innovationspolitiken in Entwicklungsländern gefordert, wie sie zum Beispiel für die EU mit ERAWATCH vorliege. ERAWATCH sammelt aktuelle Überblicken über die Innovationspolitiken der Mitgliedstaaten, der assoziierten Länder und weiterer Drittstaaten.

Ähnlich geht übrigens die neue Innovation Policy Platform der OECD vor, die darüber hinaus nicht nur nach Ländern, sondern auch nach Instrumenten und Zugängen sortiert einen hervorragenden Überblick bietet und mittelfristig auch die wichtigsten OECD-Statistiken neu zugänglich machen möchte.

Entwicklungsländer sind hier aber natürlich auch nicht eingeschlossen....

Donnerstag, 20. März 2014

China innovativ?

Über China könnte man ja praktisch dauernd schreiben, immer wieder sind neue Nachrichten und Kommentare in Blocks und Websites zu finden, die sich mit Chinas Innovationsleistung und Innovationspotenzial befassen. Gerade hat Philipp Sandner seine neueste Studie "Chinese Champions" vorgestellt, in der er das Patentverhalten chinesischer Firmen untersucht und unter anderem auch zum Ergebnis kommt, dass immer weniger imitiert und immer mehr innoviert wird. Insbesondere die zunehmende internationale Ausrichtung ist ein weiterer Schwerpunkt der Studie. Kritischer schaut der Economist auf Korruption im chinesischen Wissenschaftssystem (ähnlicher Beitrag auch hier). In eine ähnliche Kerbe haut das China Policy Institute Blog mit einem Beitrag "Chinese research and development: more d than r", in dem ebenfalls disfunktionale Elemente des chinesischen Wissenschaftssystems beschrieben werden. Felix Lee vom ZEIT- China-Blog nimmt die wachsende Ungleichheit in China aufs Korn und beschreibt die Versuche der chinesischen Regierung, mit einer neuen Wirtschaftspolitik auch höhere Löhne zu bewirken, als wichtiges Element für ein leistungsfähigeres chinesisches Innovationssystem. Foreign Policy schließlich beschreibt China als neues "Innovation Powerhouse", während eine der zurückliegenden Debatten des Economist im November letzten Jahres mit 33% zu 66% gegen China als "Global Innovation Powerhouse" ausging. In dieser Debatte sah Edward Tse vor allem in den jungen chinesischen Unternehmen starke Innovationsmotoren, während Anne Stevenson-Yang in ihrer Replik vor allem auf die weiterhin starke Rolle des Staates und der staatlichen Unternehmen verwies. Und so geht das vermutlich auch die nächsten Wochen, Monate und Jahre weiter mit den Berichten und Analysen.

Mittwoch, 19. März 2014

Roboter

Was ist eigentlich Roboterjournalismus, fragt Lorenz Matzat in seinem neuen Blog auf Datenjournalist, und schildert dann, wie intelligente Software zunehmend die Arbeit menschlicher Journalisten übernimmt. Ein schönes Beispiel, dass perfekt auf das Szenario von Brynjolfsson und McAfee passt, die in ihrem neuen Buch über das zweite Maschinenzeitalter die Industrialisierung der Wisssensarbeit beschreiben. Die beiden haben schon länger die Blogwelt zu Kommentaren angeregt, zum Beispiel die Ökonomenstimmen mit einer Reflexion über die Zukunft der Schweiz, oder die FAZ mit alternativen Studienergebnissen von Daron Acemoglu und anderen. Grundlage dafür ist natürlich, das Software immer "intelligenter" wird, und der ultimative Beschleuniger wäre wohl, wenn Software selber lernt. Der Economist berichtete kürzlich von einem EU-Projekt, in dem Roboter zu Lernnetzwerken zusammengeschlossen werden sollen. Und dann lernen sie werden gute Journalisten, oder Anwälte, oder Mediziner. Gottseidank muss irgendwer die Dinger dann auch putzen und warten. Es bleibt also auch für uns noch was zu tun.

Samstag, 15. März 2014

Transformation der Städte

Der Tagesspiegel berichtete in dieser Woche von einem "Experiment" des Bezirks Pankow zur Finanzierung neuer Spielplatzgeräte für zwei Spielplätzen: die Anwohner wurden um Spenden für hochwertigere Spielgeräte gebeten, und zwar in zwei unterschiedlichen Kiezen. Während im südlichen Prenzlauer Berg in kurzer Zeit mehr als ausreichend Geld zusammen kam, führte der Aufruf weiter nördlich nur zu eher kümmerlichen Beträgen. Nun ist die Spendenbereitschaft bzw. das bürgerschaftliche Engagement in Deutschland bekanntlich immer schon weniger ausgeprägt als z.B. in den USA. Die Bundebürger sind  - auch zurecht - der Meinung, das der Staat für viele Leistungen verantwortlich ist und aus dieser Verantwortung auch nicht durch Spenden entlassen werden sollte. Die Diskussionen um die sogenannten "Tafeln" sind ein gutes Beispiel für diese Ambivalenz.

Andererseíts zeigt gerade das Berliner Spielplatzbeispiel, dass Initiativen von unten mit dem Willen zur Veränderung viel erreichen können und auch erhebliche Mittel mobilisieren. Die Anwohner im Prenzlauer Berg hatten das Bedürfnis, ihre Wohnumgebung zu verbessern und dafür auch eigene Mittel zu mobilisieren. Für die Transformationsprozesse unserer Städte, für den Energieumbau und überhaupt für komplexe Innovationsprozesse mit einem hohen partizipativen Anteil sind das wichtige Erfahrungswerte. Im Bereich der erneuerbaren Energien macht man sich schon länger Gedanken, wie man die Menschen vor Ort mitnehmen kann, wie die hohen lokalen Kosten (auch indirekter Art durch zusätzliche Belastungen durch Lärm oder Verbauung) kompensiert werden können. Ein relativ neuer Versuch sind dabei Beteiligungsmodelle, wie z.B.
die Bürgerbeteiligung beim Stromtrassenbau.

Ein weiterer neuer Ansatz liegt in der Nutzung der neuen Median, z.B. durch Crowdfunding für Stadtentwicklung. Gerade kreative Milieus nutzen Crowdfunding ja schon heute, in der Kutlurszene, aber auch für Nachhaltigkeitsprojekte. Der Nutzen liegt nicht nur in der Mobilisierung neuer finanzieller Mittel, er zeigt sich meiner meinung gerade durch die Initiative von Unten und die neuen Ideen, die damit einfließen und erstmals Verwirklichungschancen bekommen. Und Corwdprozesse sind im besten Falle hoch mobilisierend, sie nehmen die Menschen mit und geben ihnen eine Perspektive, real mitzugestalten. Komplexe Innovationsprozesse werden in Zukunft noch viel mehr auch solche Ansätze setzen müssen. Sobald allerdings Technik im Spiele ist, müssen auch die Barrieren bedacht werden, die mit saolchen technologien aifgebaut werden. Das kann und will nicht jeder. Die Pankower Stadtverwaltung arbeitete bei ihrem "Experiment2 übrigens ganz altmodisch mit Zetteln, die aufgehängt wurden...

Samstag, 15. Februar 2014

Innovation, Einwanderung und Gründer

Vor einer Woche haben sich die Bürger der Schweiz in einem Referendum für eine Beschränkung der Zuwanderung ausgesprochen. Seitdem wird auch in deutschen Zeitungen heftig über das Thema gestritten. Hingewiesen wird immer wieder darauf, das die Wirtschaft der Schweiz immer wieder vor einem positiven Referendum gewarnt hatte. Die Schweizer Volkswirtschaft habe massiv von der gestiegenen Zuwanderung der letzten Jahre profitiert. Und auch der Wissenschaft habe der Zuzug von hochkarätigen Wissenschaftlern an die attraktiven Schweizer Universitäten nicht geschadet.

Deutlich hatte sich der verstärkte Zuzug vielleicht auch in der Schweizer Gründungsszene niedergeschlagen. Seit 2000 ist der Anteil der Ausländer an den Schweizer Gründern von 22 auf 40% gestiegen (in Deutschland liegt der Anteil sogar bei 44,8%). Nach dem Referendum (und insbesondere wenn klar ist, wie dieses Ergebnis in tatsächliche Politik umgesetzt wird), wird sich zeigen, ob auch die Gründungsdynamik in der Schweiz unter einer stärkeren Begrenzung der Zuwanderung leiden wird.  

In jüngster Zeit haben sich einige Studien mit dem Thema Gründung durch Migranten in Deutschland beschäftigt, allerdings in der Regel ohne Fokus auf innovative Gründungen. Herausgearbeitet wurde dabei unter anderem, dass Migranten eher gründen, allerdings innerhalb spezifischer Rahmenbedingungen handeln, die ihnen erfolgreiche Gründungen erschweren. Das ZEW berechnete sogar den Wohlstandsverlust, der sich aus nicht realisierten Gründungen durch Ausländer in Schlüsselbranchen ergibt.  

Liest man die einschlägigen Beschreibungen von Startup-Zentren wie Berlin, dann wird immer wieder die Attraktivität für Kreative aus der ganzen Welt hervorgehoben, die in das hippe Berlin kommen und dann auch dort bleiben und gründen. Allerdings bleiben auch für sie hohe Hürden, über die sie sich bei entsprechenden Befragungen negativ äußern. 43% der Berliner Startups geben im Deutschen Startup Monitor an, dass sich die Regelungen zur Beschäftigung von Nicht-EU Ausländern negativ auf ihre Unternehmensperformance auswirken.

Gründernationen wie die USA oder Israel profitieren enorm von ihrem Status als Einwanderungsländer. In den USA wird gerade zu diesem Thema heftig debattiert, schon länger gibt es diverse Vorschläge, dieses Kapital als attraktives Einwanderungsland noch besser zu nutzen. Israel hat massiv vom Zuzug osteuropäischer Neubürger nach dem Zusammenbruch des Ostblocks profitiert, wie zum Beispiel im Buch "Startup Nation" ausgeführt wird.

Im aktuellen Koalitionsvertrag sind übrigens beide Themen - Gründung und Zuwanderung - prominent behandelt. Gründungen in Deutschland sollen weiterhin aktiv gefördert werden, der Zuzug ausländischer Fachkräfte erleichtert und eine Willkommenskultur geschaffen werden. Verknüpft werden die beiden Themen allerdings im Koalitionsvertrag noch nicht.

Samstag, 1. Februar 2014

Innovation und Zuwanderung

Schon vor einiger Zeit veröffentlichte das amerikanische Think-Tank ITIF einen Artikel, der sich mit der positiven Wirkung der Einwanderung auf das amerikanische Innovationssystem beschäftigt. Die Einwanderung bringen nicht nur hochqualifizierte in die USA, sie sorgt auch für eine beständige Aufbruchsdynamik, weil die Zuwanderer sich nicht auf ein gewachsenes soziales Netz verlassen können, sondern Erfolg und sozialen Aufstieg erarbeiten müssen. Die Gründerkultur der USA profitiert von dieser Dynamik nicht unerheblich.
 
Gerade ist ein interessanter Artikel in Foreign Policy zum ambivalenten Verhalten chinesischer Akademiker erschienen, die einerseits die Chance zu Ausbildung und Karrierestart im Ausland (vor allem den USA) suchen, dann aber zurückkehren. Eigentlich gelten die "Sea Turtels" als echte Vorbilder, die Erfolgsgeschichten chinesischer Privatfirmen sind nicht selten eng mit Rückkehrern verbunden. Entgegen der Bemühungen der chinesischen Regierung, mit attraktiven Angeboten chinesische Spitzenforscher zurückzuholen, bereuen allerdings nicht wenige Rückkehrer ihren Entschluss, weil sie die Vorteile ihrer Gastländer (weniger Einfluss persönlicher Beziehungen, saubere Luft, bezahlbare Kinderbetreuung und Wohnung ...) schätzen gelernt haben. Während die USA vom Brain Gain profitieren, sucht China weiterhin ein effektives Mittel gegen den Brain Drain.

Deutschland liegt irgendwo dazwischen. Die aktuelle Zuwanderungswelle aus den Krisenländern Europas wird das deutsche Innovationssystem tendenziell stärken (eine kurze ökonomische Analyse zur "Krisenzuwanderung" findet sich hier, eine eher journalistische Aufbereitung durch das Magazin Clavis des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge hier, und Arte hatte schon letzten Sommer eine Webdoku hier). Auch deutsche Auswanderer kommen im Moment verstärkt zurück, worunter Nachbarn wie die Schweiz, die bislang vom deutschen Brain Drain profitiert hatten, auf Dauer leiden könnten. Vor zwei Wochen stellte die Bundesregierung ihren neuesten Migrationsbericht vor und verwies auf den erfreulichen Trend eines verstärkten Fachkräftezuzugs. Die Freude war aber nicht überall ungetrübt, wie ein Artikel der FR zeigt. GAIN wiederum, ein staatlich gefördertes Netzwerk deutscher Wissenschaftler in den USA, versucht mit Vernetzungsaktivitäten und Informationen über die Attraktivität des deutschen Wissenschaftssystems deutschen Forschern eine Rückkehr zu erleichtern.

Sonntag, 26. Januar 2014

OECD, Davos und die Innovation Policy Platform

Anknüpfend an meinen gestrigen Block greife ich einen Beitrag von Uwe Jean Heuser aus der Zeit auf, der ebenfalls das Thema Gründungsförderung anspricht, und zwar mit Blick auf die in Davos geäußerte These, dass die westlichen Industrieländer wachstumsmäßig immer weiter zurückfallen. Grund sei  unter andere die zunehmende Automatisierung und Digitalisierung, die immer mehr Jobs quer über die ganze Wertschöpfungskette vernichte dieses Thema hatte ich ja bereits in einigen Blogbeitträgen, z.B. hier angesprochen). Um als Westen nicht vollständig zurückzufallen, müsste Deutschland jetzt massiv den Fachkräftemangel in den MINT-Fächern angehen und Gründer unterstützen. Aha...

Davos wurde übrigens begleitet von einer eigenen Blogreihe, in der auch zum ThemInnovation lesenswerte Beiträge erschienen, z.B. zu "Future of Manufacturíng" oder zur Frage, welch disruptive Wirkung die Digitale Revolution auf Unternehmen haben könnte. Der schönste Blogbeitrag zu Davos kam allerdings von der OECD, zum Thema Ungleichheit. Er ließ sich nicht nur über das Davoser Topthema aus, sondern verpackte dies auch herrlich in einen ironischen Überblick über die Rankings dieser Welt zu allen möglichen Themen.

Die OECD ist natürlich selbst ein wichtiger Player beim weltweiten Rankingspiel, mit vielen vielen Daten, Fakten und eigenen Indikatoren. Den Draufblick auf die vielen Informationen hat sie jetzt - zusammen mit der Weltbank - mit ihrer neuen Innovation Policy Platform erleichtert, die alles, was es zum Thema gibt, übersichtlich zusammenfassen und an einem Ort zugänglich machen möchte. Vielleicht bricht die OECD damit auch mittelfristig mit ihrer Politik, Informationen praktisch nur gegen Einwurf kleiner Münze zugänglich zu machen? Die Zielsetzung der neuen Plattform wird auch in zwei Blogbeiträgen (hier und hier) der beiden Trägerinstitutionen kurz erläutert. Noch ist die Plattform nicht komplett "gefüllt", das kommt aber in den nächsten Monaten...


Samstag, 25. Januar 2014

Crowdfunding, Deutschland und China

Als der vormalige Wirtschaftsminister Rösler sein Amt aufgeben musste, reagierte die deutsche Start-up Szene leicht beunruhigt. Rösler hatte sich das Thema Gründung in der zweiten Hälfte seiner Amtszeit sehr zu eigen gemacht und den engen Kontakt mit Gründern gesucht.

Nun, nachdem der Koalitionsvertrag geschrieben und der neue Minister Gabriel ins Amt eingeführt ist, können Deutschlands Jungunternehmen einigermaßen aufatmen. Auch in Zukunft wird das BMWi die Gründung von Unternehmen in Deutschland unterstützen und dabei auch neue Maßnahmen entwickeln.

Ein interessanter Punkt des Koalitionsvertrag bezog sich auf Crowdfunding. Dazu heiß es:

"Auch neue Finanzierungsformen wie Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) brauchen einen verlässlichen Rechtsrahmen." und später "Wir wollen bewährte Instrumente der Gründer-unterstützung in Zusammenarbeit mit der KfW weiter entwickeln. Die Gewährung der Instrumente kann dabei an die Nutzung von Crowdfunding („Schwarmfinanzierung“) geknüpft werden."

Die Bundesregierung greift damit einen der heißen Trends des vergangenen Jahres auf, den die Plattform "Gründerszene" z.B. in ihrem aktuellen Jahresrückblick 2013 als eine der wichtigsten Veränderungen beschreibt. Bislang überwiegen klassische Finanzierungsformen zwar bei weitem die Finanzierung über Crowdfunding, der Trend ist aber weiter positiv und die öffentliche Wahrnehmung riesig. Wie das Trendbaormeter Junge IKT-Wirtschaft auf S. 22/23) zeigt, überstieg im vergangenen Jahr auch der Wunsch nach Crowdfinanzierung  die Nutzung durch Gründer erheblich, was für eine weiter wachsende Nutzung spricht.

Crowdfunding ist aber nicht nur in Deutschland ein Thema. Ein Artikel in Foreign Policy beschreibt mögliche Effekte eines wachsenden Crowdfunding Marktes in China. Der chinesische Kapitalmarkt ist ja bislang praktisch ausschließlich durch staatliche Banken geprägt, der Zugang für Gründer zu Geld schwierig. Da bietet Crowdfunding ganz neue Chancen. Die Wachstumschancen für Crowdfunding sind dabei riesig, das zeigen verschieden Artikel, unter anderem auch ein Bericht der Weltbank. Und gesellschaftlich schafft Crowdinvestment für die vielen Privatfinanzierer auch ganz neue Möglichkeiten der individuellen Einflussnahme. Mittelfristig, so die Autoren, wird das auch Konsequenzen auf die Einstellung zur politischen Teilhabe nach sich ziehen können. Die demokratisierende Wirkung der neuen IKT-Technologien könnte dann über den Umweg Crowd einmal mehr auch bis ins Reich der Mitte wirken.



Samstag, 18. Januar 2014

Chinas unbekannte Seite der Innovationen

Der Aufstieg Chinas zu einem global Player der Innovationspolitik hat in den letzten Jahren viele westliche Medien bewegt. Publikumswirksame Erfolge wie die Landung der Mondfähre Ende letzten Jahres, Erfolge bei internationalen Rankings wie der OECD-PISA-Studie, stetig wachsende Zahlen in den internationalen Patentstatistiken und nicht zuletzt innovative Produkte Made in China in westlichen Geschäften machen deutlich, dass Stück für Stück gleichzieht.

Ein Aspekt des chinesischen Innovationssystems bleibt bei diesen Betrachtungen meist im Dunkeln, die militärische Forschung. Ähnlich wie in den USA, wo militärische Forschung eine extrem wichtige Rolle für die Dynamik des nationalen Innovationssystems spielt (kein Silicon Valley ohne die Militärforschung der 50er Jahre), spielt auch in China militärisch orientierte (und entsprechend finanzierte) FuE eine wichtige Rolle. Zuletzt hat der erfolgreiche Start einen Hyperschall-Flugkörper getestet. Der China-Blog der Zeit nimmt diesen Test zum Anlass, ausführlicher über die Erfolge der chinesischen Militärforschung zu berichten.

Die USA hat auf die Stärke der chinesischen Militärforschung bereits reagiert und wird sie sich in einem neuen Programm (Technology Watch / Horizon Scanning) in Zukunft noch genauer anschauen. Das Programm klingt nach einem Artikel in The Capital ein bisschen wie Foresight im Dienste des Geheimdienstes.

Auch auf einem ganz anderen Gebiet scheinen sich China und die USA zunehmend anzunähern. Ein neuer Artikel von Foreign Policy befasst sich mit dem Erfolg der Fernsehserie "The Big Bang Theory" in China. Der Autorin zufolge spiegeln sich im Erfolg der Serie sowohl soziale Verwerfungen wie der Überschuss an Männern, steigende Lebenskosten in den Städten und die geringe soziale Mobilität in China, aber auch der Erfolg des Typus Nerd als sozial angesehener Charakter. Auch hier schlägt der Erfolg des Innovationssystems durch.

Mittwoch, 15. Januar 2014

Google und das Internet of Things

Gestern und heute wurden deutsche Zeitschriften und Blogs durch den Kauf des Rauchmelder- und Thermostatherstellers Nest aufgeschreckt. Dieser "zweitgrößte Übernahmedeal" in Googles Geschichte war Anlass für einige Spekulationen über Googles Strategie hinter diesem Kauf. Neben der Befürchtung, dass die Datenkrake Google jetzt auch unsere Häuser ausspionieren möchte, wenn wir mal nicht mit unserem Tablett online sind (so z.B. die Süddeutsche), spekulieren andere Kommentatoren einfach arauf, dass Google hier einen sehr lukrativen Markt nicht schon wieder verschlafen möchte (so der Blog der FAZ) und dafür auch auf das hippe Design à la Apple setzt (so der FAZ-Artikel). Nest war übrigens schon vor einiger Zeit von Brand eins  portraitiert worden, die Kollegen von Brand eins hatten also mal wieder die beste Nase...

Interessant wird sein, ob mit der Google-Übernahme das Thema Smart Home, das bislang in Deutschland eher ein Mauerblümchendasein fristete (immer wieder für Morgen angekündigt, nie wirklich aus den Pantoffeln gekommen), endlich den Durchbruch schafft. Die letzten Versuche, z.B. mit Smart Metering Tatsachen zu schaffen - auch mit gesetzlicher Hilfe - haben bislang nicht gerade einen Boom ausgelöst und auch in der Medienberichterstattung zuletzt eher ernüchternde Berichte produziert. Vielleicht braucht es da doch etwas ansprechendere und einfach zu bedienende Gadgets, wie sie Nest bietet. In Deutschland haben sich bereits viele Unternehmen zu Plattformen für eine abgestimmte Hausvernetzung zusammengetan, z.B. bei der Plattform Connected Living. Deutschlands Unternehmen sollten den Schwung nutzen, der jetzt möglicherweise mit Googles Kauf ausgelöst wurde. Dann könnte ebenso wie für Industrie 4.0 Deutschland einen Zukunftsmarkt der Vernetzung im Internet der Dinge besetzten. Im neuen Koalitionsvertrag kommt das smarte home bislang nur im Zusammenhang mit Telemedizin und Unterstützung für Ältere und Menschen mit körperlichen Einschränkungen (sogenannte ambient assisted living Lösungen). Da sind schick designte Heizknöpfe doch mal ein anderer Ansatz, auch wenn sie direkt mit Googles Datencentern vernbunden sind.

P.S.: Die Diskussion im deutschen Blätter- und Blogwald geht weiter: "neuerdings" sieht beim der Heimvernetzung eine verfrühte Goldgräberstimmung, verweist auf den wenig einsichtigen Nutzen vieler potenzieller Anwendungsfelder und auf Unterschiede zwischen den USA und Europa. Und der Spiegel schriebt von Kühlschränken, die in Zeiten des Internet der Dinge Spammails verschicken.

PPS. ... und hier ein noch neuerer Artikel von Hyperland, der sich vor allem alternativen Anbietern der Heimvernetzung widmet und zeigt, dass das nicht nur die Amerikanischen Platzhirsche können.

PPPS. auf keinen Fall unterschlagen wollte ich nun auch den Beitrag von Neuerdings, der auf ein open source NEST Thermostat verweist, das findige Ingenieure in den USA an einem Tag entwickelt und ins netz gestellt haben. Wenn das kein gutes Beispiel für rasanten Innovationsspillover ist...

PPPPS: ... und Gründerszene schließlich sieht im Feld smart home ein enormes Potenzial für Gründer, da die etablierten doch nur alten Wein in neuen Schläuchen verkaufen würden...