Freitag, 2. Januar 2015

lange Zeitreihen 1


Die OECD hat iisten letzten Wfällt t ne Serie von Blogartikeln veröffentlicht, die anlässlich des hundertso ist, sten Jahrestages des ersten Weltkriges die Situation heute mir der vor hundert Jahren vergleicht (z.B. hier und hier). Spannend ist zu Beispiel der Beitrag, wie sich Geschlechterungleichheit Demnachaicklt hat (hier), ausgehend von einer Situation vor hundert Jahren, als kriegsbedingt Frauen in alen Berufen dominierten.

Was die Artikel auch faszinieend macht, ist die Perspektive von hundert Jahren. In langen Entwicklungen zu denken, liegt leider nicht immer nahe. Auch in der Innovationspolitik wird meist nur ein Zeitraum der letzte paar Jahre überblickt, die längeren Entwickungslinien bleiben ausgeblendet. Der jüngste Bundesbericht Forschung und Innovation (BuFI) beschreibt bei seinem Blick auf die FuE-Quote (S. 18) nur die Jahre seit 1991. Das sieht dann (abgesehen vom Rückgang der ersten Jahresscheibe 1991 auf 1995) wie eine stete Aufwärtsbewegung aus, von 2,19% (1995) auf 2,98%.

Ältere Daten sind gar nicht so einfach zu finden. Der BuFI hatte zwar einen Vorgänger, aber den ersten Bricht zur technlogischen Leistunhsfähigkeit gibt es auch erst ab 1995 (die Aktualisierung von 1996 findet sich noch im Netz, mit  Daten ab 1981). Die Daten des 1996er Berichts auf S. 30 lesen sich schon anders als diedes letzten BuFI. Demnach stieg die FuE-Quote von 1981 bis 1987 an (auf ein Hoch von über 2,6%) um dann 8 Jahre lang kontinuierlich zu sinken.



Ganz anders sieht das Bild dann nach dieser Quelle von Kaplan (Using Federal R&D to promote commercial innovation, April 1988) aus, nachdem die FuE-Quote seit den 60er Jahren beständig stieg.





















 
Wenn man dann alle Datenreihen zusammenfügt, bekommt man ungefähr die nchfolgende Graphik. Da erscheint dann der Abfall von Anfang der 90er eher als kurzer Einbruch.
















Ähnlich argumentiiert übrigens diese Langfristbetrachtung der OECD aus dem Jahr 1997 in ihrer Conclusion:

"In the case of Japan and Germany, large macroeconomic shocks (caused by the burst of the financial bubble and unification respectively) had a very detrimental effect on all forms
of investment including R&D"
 

Mit Abstand scheint mir das auch so. Lange Zeitreihen schaffen also einen guten Überblick...


P.S. wie das so ist, hinterher fällt einem immer noch was ein. Drei Punkte muss ich heute noch nachliefern.

Zunächst hat mich die Frage beschäftigt, wie weit man die statistische Zeitreihe eigentlich zurückverfolgen kann. Für Deutschland wohl nur bis in die 50er Jahre, für die USA bis in die 30er Jahre. Dieser Artikel gräbt ein wenig in der Vergangenheit und gelangt zu den historischen Wurzeln der FuE - Quote. Demnach lag die Quote in den USA (und sicher auch in Deutschland) damals deutlich unter 1%. Am Anfang waren es nur branchenspezifische Innovationsintensitäten, die gemessen wurden. Dann hatman auch die staatliche Finanzierung dazugerechnet und eine volkswirtschaftliche Gesamtinvestition in Forschung ermittelt.

Genau so kann man sich fragen, wohin das ganze führen soll. Wie viel Prozent sind realistisch? Wenn man sich die höchsten Zahlen einiger Länder oder auch Regionen anschaut, so sind 4 bis 5 % durchaus erreichbar - zumindest theoretisch. Allerdings hängt es in der Praxis auch davon ab, welche Branchen eigentlich in einer Region bzw. einem Land vertreten sind. Dieser Beitrag, der im Rahmen der Diskussion um das Europäische 3 % -Ziel entstanden ist, setzt sich sehr kritisch mit einer einheitlichen Zielsetzung auseinander und legt ziemlich deutlich offen, dass vor allem die Branchenstruktur den entscheidenden Einfluss über eine mögliche und erreichbare Iinnovationsintensität ausmacht.

Aber gleichwohl, der Trend geht nach oben! Und das muss doch einen Grund haben ( - und vielleichtauch irgendwann doch ein Ende). Genannt werden, in lockerer Schüttung und hier ohne Quelle und Verweis: Höheres Preisniveau für akademische Arbeit, wissensintensivere Güter (möglicher Indikator: mehr Investitionn in immaterielle Güter), Folgen des Wettbewerbs, sektorale Verschiebungen der Volkswirtschaften (hin zu diensleistungsintenisveren Gütern) ... Aber entscheidend sind wohl die Effekte in einzelnen Branchen. Und da sind wir fst wieder beim Ausgangskonzept der 30er Jahre...

Montag, 29. Dezember 2014

International offen

Weihnachten 2014, und Deutschland diskutiert PEGIDA. Da hatte ich doch noch kürzlich in meinem Blog ganz optimistisch davon geschrieben, wie offen doch das Land und seine Gesellschaft geworden sind, und promt scheint PEGIDA und Co das Gegenteil zu beweisen.Im Moment ist das Phänomen noch auf Dresden beschränkt, und alle lokalen Ableger kümmern - gottseidank - noch eher vor sich hin. Ganz überraschend ist der Anti-Islamismus derDeomonstranten übrigens nicht, schon die von mir zuletzt zitierte Studie hatte die ausgeprägteIslam-Angst als einen der wenigen Schatten im sonst deutlich aufgehellten Bild der deutschen Weltoffenheit beschrieben. Ich persönlich hoffe ja, dass die Anti-PEGIDA Petition schnell zeigt, dass es sich hier um ein Minderheitenproblem handelt, also eine Minderheit der Deutschen hier glaubt, ein Problem zu haben.

Die Anzahl der Feuilleton-Artikel zu PEGIDA wächst geradezu exponentiell, darum will ich mich hier lieber auf das Nebengleis der Innovationspolitik bewegen und noch ein paar Linktips weitergeben. Bruegel Blog schreibt zu den Auswirkungen der Eurokrise auf einen schleichenden Brain Drain. Interessant ist vorallem die Graphik zur Korrelation zwischen FuE-Ausgaben und "high educated immigration"  bzw. emigration rate. Leider sind die Zahlen von 2010, damit scheinen mir auch die Daten für Deutschland etwas alt, weil hier gerade in jüngster Zeit eine ziemliche Dyynamik entstanden ist. Dieses Problem mit etwas alten Daten stellt sich auch für den nachfolgenden Tip auf einen Blogbeitrag desselben Autors (Alessio Terzi), diesmal im Blog des World Economic Forum. Schön ist die die Darstellung, in wieweit sich zuziehende und wegziehende Wissenschafttlerinnen und Wissenschaftler in ihrer Qualität und Quantität die Waage halten. Besonders gut gefällt mir der Satz:

"Conditional on this, a country should also prefer a larger rather than smaller bubble, representing a sizeable flow of scientists and indicating a full exploitation of synergies gained from international cooperation."

Auch hier sind die Daten wieder relativ alt (1996 bis 2011), so dass Deutschland eher als unattraktives Auswanderungsland darsteht.Das war übrigens auch der Tenor im Schwerpunktthema "Forschermobilität" der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI), die hier große Defizite sahen und auch genau den Zeitraum 1996 - 2011 betrachteten. Das BMBF hat auf das EFI-Gutachten mit einer Replik reagiert und voor allem auf die schwache und veraltete Datenlage hingewiesen.

Bleibt unterm Strich, dass Deutschland attraktiver wird - wenn die Deppen von PEGIDA die mühevoll aufgebaute Reputation im Ausland nicht wieder ebenso schnell  wieder mit ihrem dicken Hintern einreißen, wie sie gerade erst aufgebaut wurde.